Dein bestes Ich

Wir wollen so viel und schaffen so wenig. Es passiert oft, dass wir uns viele Ziele setzen, aber nur wenige Ziele erreichen. Das ist eines der paradoxesten Phänomene unserer Zeit. Motiviert sind wir, auf vielen Ebenen, keine Frage, aber wir kriegen diese Motivation im Alltag nicht richtig umgesetzt. Es ist sicher kein Zufall, dass wir gleichzeitig zwar immer mehr wissen, aber trotzdem nicht glücklicher werden (wie es Umfragen immer wieder bestätigen). Wissen und technologischer Fortschritt scheinen neben den vielen Annehmlichkeiten, die sie ja durchaus mit sich bringen, tatsächlich eine Art Umsetzungshemmer zu sein. Oder besser: Wir lassen uns von ihnen hemmen – in der Regel, ohne dass wir es überhaupt merken. Nur: Das darf keine Entschuldigung sein! Wenn du dich wirklich weiterentwickeln willst, brauchst du einen wertvolleren Ansatz, ein smartes Zielmanagement.

Der Grund, warum wir so selten tun, was wir uns wünschen, ist nicht der Wahnsinn der Welt, die fehlende Zeit, der steigende Stress oder die große Verantwortung gegenüber anderen. Entscheidend ist, dass wir die Sache mit den Zielen komplett falsch angehen. In den meisten Fällen sind es nämlich nicht unsere persönlichen Ziele, die wir uns auf die Fahnen schreiben, und wenn doch, dann stehen sie oft unseren unbewussten Bedürfnissen entgegen. Die Folge: Wir finden ums Verrecken keinen Zugang zu unserem authentischen Selbst. Genau dort aber liegt unser volles Kraftpotenzial – unser bestes Ich.

Zielsetzung ist komplex – das zu erkennen, hilft enorm

In meinem Buch Neo Nature habe ich dazu aufgefordert, die Motivation über Ziele, wie wir sie über Jahre gelernt haben und wie sie auch heute noch ständig propagiert wird, komplett aufzugeben. Ich ermuntere dazu, mehr im Moment als in einer zielfixierten Zukunft zu leben. Ich tue das nicht, weil Ziele per se Quatsch sind, sondern weil manchmal nur ein radikaler Schnitt hilft, um ein neues Bewusstsein zu schaffen. Das brauchen wir nämlich, wenn wir wirklich etwas anders machen wollen.

In Wahrheit ist es so, dass die Zielsetzung in der Motivationspsychologie sehr wohl eine zentrale Rolle spielt. Sie wird dort allerdings auch sehr differenziert betrachtet. Mach dir mal den Spaß und blättere in einem Lehrbuch zur Motivationspsychologie – da verstehst du keinen Satz beim ersten Lesen, und das ist nicht übertrieben. Das Thema Ziele ist sehr komplex. Auch dann noch, wenn du all die schwindeligen Fachfremdwörter in echte Sprache übersetzt. Der Alltagsumgang mit Zielen ist dagegen plump, kurzsichtig und hilflos.

Kurz: Es ist unser alles andere als zielführendes Verständnis von Zielen, welches dazu führt, dass wir nichts machen.

Wessen Zielen folgst du?

Die erste Frage, die du dir in Bezug auf deine Ziele ganz ehrlich stellen solltest, ist: Sind es wirklich DEINE Ziele? Oder rennst du etwas hinterher, das jemand anderes sich wünscht? Es ist dabei durchaus möglich, Ziele eines anderen zu übernehmen und sie zu eigenen Zielen zu machen – allerdings solltest du das dann ganz bewusst und voller Überzeugung tun.

Im nächsten Schritt beschäftige dich intensiv mit den Motiven, also deinen Bedürfnissen, aus denen deine Ziele entstehen. Du solltest dabei unterscheiden zwischen den Bedürfnissen, die dir bewusst sind bzw. deinem Selbstbild (explizite Motive) und den Bedürfnissen, die dich unbewusst steuern (implizite Motive). Sprich: Es ist wichtig zu wissen, ob das, was du gerne wärst, sich mit den Werten deckt, die in deinem Unterbewusstsein verankert sind. Tut es das nämlich nicht, wird es dir schwer fallen, authentisch zu handeln und nachhaltig nach vorne zu gehen. Das Problem ist nur: Wie erfährst du mehr über deine unbewussten Motive, wenn sie doch unbewusst sind?

„Überlege gut, was du dir wünschst. Es könnte passieren, dass du es bekommst.“
— Eduard Mörike

Ran an die unbewussten Motive!

Ich bin überzeugt davon, dass wir nur an sie herankommen, wenn wir uns in außergewöhnliche Situationen begeben. Situationen, die so neu und herausfordernd sind, dass sie das Denken ausschalten und uns auf die unbewussten Werte und Motive zurückwerfen.  Wenn du immer wieder solche Situationen erlebst und dein Verhalten analysierst, wirst du wissen, welches die für dich wichtigsten unbewussten Motive sind. Und die kannst du nun mit deinem Selbstbild, also mit deinen bewussten Motiven abgleichen. Stimmen sie überein, hast du die besten Voraussetzungen, um deine Ziele zu erreichen. Stimmen sie nicht überein, gibt es zwei Möglichkeiten: Du kannst entweder dein Selbstbild anpassen oder an deinen unbewussten Motiven arbeiten. Beides erfordert Geduld und viel Einsatz. Aber hey, niemand hat gesagt, dass es ein Kinderspiel ist.

Hört sich kompliziert an? Im Grunde geht es „nur” darum, voll bei dir selbst zu sein. Dich innerlich nicht zu zerreißen, ohne dass du es überhaupt merkst. Investiere in deine Persönlichkeitsentwicklung, so wie du es in andere Dinge tust, und renne nicht einfach blind der Masse hinterher. Dann wirst du einen Unterschied machen.


Ein Großteil dieses Artikels ist meinem neuen Buch Dein bestes Ich – Inspirationen für ein kraftvolles Leben entnommen. Darin erfährst du auch mehr über die verschiedenen Arten von Zielen (Leitsterne, Ergebnisziele, Handlungsziele usw.) und ihre Bedeutung für deinen Erfolg. Hier kannst du mehr über Dein bestes Ich – Inspirationen für ein kraftvolles Leben erfahren und es bestellen

 

 

 

 

 

 

 

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