Dein bestes Ich

Die Fähigkeit, die eigene Einstellung zu Dingen ändern zu können, hängt stark mit der Fähigkeit eines Perspektivwechsels zusammen, einer Umdeutung von Situationen oder
 Verhaltensweisen. In der Psychologie wird ein Perspektivwechsel auch als Reframing bezeichnet – Situationen oder Verhaltensweisen werden in einen anderen „Rahmen” gesetzt. Dadurch verändert sich oft sehr schnell unsere Einstellung zu ihnen. Ich möchte dir ein Beispiel dafür geben, wie verschiedene Rahmen ein und dieselbe Sache anders aussehen lassen: Ich habe vor einiger Zeit während eines Thailandaufenthaltes eine dieser leichten thailändischen Fischerhosen gekauft, die auch als „Hippiebuxen” durchgehen. Die trage ich hin und wieder, wenn ich an meinem Wohnwagen am Hamburger Elbstrand bin. Juckt da keinen, weil sowieso alle rumlaufen als wären sie in Thailand. Neulich musste ich aber auf dem Weg dorthin noch zum Metzger. In den schicken Elbvororten. Ich habe mich selten so angeglotzt gefühlt. Die gleiche Hose, der gleiche Typ, aber zwei sehr unterschiedliche Rahmen und damit auch sehr unterschiedliche Gefühle.

Perspektivwechsel durch Reframing – Verändere deine Haltung

Situationen, Verhaltensweisen, Probleme ganz bewusst in einen anderen Kontext zu setzen, kann sehr helfen. Es ermöglicht uns einen Perspektivwechsel – und vielleicht merken wir, dass die Dinge sich auf einmal ganz anders darstellen, wenn wir sie aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Wozu könnte das Problem gut sein? War es vielleicht sogar mal ein Lösungsversuch, der irgendwann schiefging? Beginne, dich mit diesen Fragen zu beschäftigen und du wirst merken, wie sich deine Haltung gegenüber Problemen verändert.

„Probleme kann man nie mit der selben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“
— Albert Einstein

Eine gute Übung ist das Hinterfragen und Umdeuten eigener Argumente (die sich nicht selten als Ausflüchte entpuppen) in schwierigen Situationen. Kommen dir die folgenden Argumente bekannt vor? Als Reframing Beispiele findest du hier zu jedem beispielhaft eine Umdeutungsmöglichkeit. Welche fallen dir noch ein?


Negativ: Das habe ich noch nie gemacht.
Positiv: Endlich eine Chance, etwas Neues auszuprobieren.

Negativ: Ich bin zu faul, das umzusetzen.
Positiv: Ich habe es bislang noch nicht geschafft, es in meinen Tagesablauf hineinzukriegen. Aber ich werde nochmal meine Prioritäten prüfen.

Negativ: Keiner schert sich darum, mir wichtige Dinge zu kommunizieren.
Positiv: Ich werde versuchen, Kommunikationswege zu öffnen.

Negativ: Das wird nicht funktionieren.
Positiv: Mal sehen, ob es funktioniert, wenn ich es ausprobiere.

Negativ: Das liegt mir nicht.
Positiv: So wie ich bisher darangegangen bin, hat es sich nicht so gut angefühlt. Also gehe ich es nochmal anders an.

Negativ: Die/den kann ich nicht ertragen.
Positiv: Mich würde interessieren, warum wir viele Situationen so unterschiedlich bewerten.

Negativ: Es ist mir zu kalt.
Positiv: Ich glaube, ich muss mich anders anziehen.

Negativ: Dafür fehlt mir die Zeit.
Positiv: Da schaue ich doch mal, wie ich mir genügend Zeit freiräumen kann.


Ist deine Grundhaltung positiv? Gehst du gerne nach vorne? Packst du Dinge an? Wenn nicht, dann lies dir diesen Beitrag durch: Positiv denken: Diese 3 Dinge stehen dir im Weg

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